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Hygienisch und kontrolliert
Die in der Naturheilpraxis verwendeten
Blutegel werden speziell für medizinische
Zwecke unter strengen hygienischen Vor-
aussetzungen gezüchtet. Jeder Egel wird
nur ein einziges Mal angesetzt, so dass
die Übertragung von Infektionen sicher
vermieden wird.
Zusammenfassend wirkt die Blutegel-
Therapie
► gerinnungshemmend und ausleitend
► lymphstrombeschleunigend und
entschlackend
► blutverdünnend und antithrombotisch
► indirekt immunstärkend
► gefäßkrampflösend und schmerz-
stillend
Der Biss eines Blutegels ist in der Regel
schmerzlos, es kann aber zu – therapeu-
tisch erwünschten – Nachblutungen
(siehe „Anwendung“) kommen, die ein-
ige Zeit andauern können. An der Biss-
stelle kann längere Zeit eine kleine Narbe
zurückbleiben.
In seltenen Fällen treten örtlich begrenzte
allergische Reaktionen auf (Rötung,
Juckreiz). Ein Erysipel (Wundrose) oder
eine Entzündung nach dem Biss sind
sehr selten.
Informationen zur Therapie
Die Blutegeltherapie eignet sich für die
Behandlung einer Vielzahl von Erkrank-
ungen. Trotzdem kommt sie nicht für
jeden Patienten gleichermaßen in Frage,
so z. B. nicht für Patienten, die blutver-
dünnende Medikamente (z. B. Marcumar,
ASS) nehmen, bei arteriellen Verschluss-
krankheiten, Blutungsneigung, Diabetes
mellitus, Hauterkrankungen im Bereich
des zu behandelnden Gebiets u. a.
Sprechen Sie uns deshalb an - wir
beraten Sie schon im Vorfeld gerne
umfassend.
Quelle: BDH
Lebendige Medizin
Der therapeutische Einsatz von Blutegeln
(Hirudomedicinalis officinalis) gehört zu
den ältesten dokumentierten naturheilkund-
lichen Ausleitungsverfahren. Dies sind Ver-
fahren, die durch Schaffung einer künst-
lichen Öffnung dazu beitragen, dass der
Körper schädigende Stoffe ausschwemmen
kann. In Europa erstmals um 200 v. Chr.
erwähnt, erlebt die Methode derzeit eine
Renaissance in Heilpraktikerpraxen, aber
auch in der Chirurgie.
Das Wirkspektrum des Blutegels ist breit
gefächert und hat ihm den Beinamen
„lebendige Medizin“ eingebracht. Es beruht
im Wesentlichen auf zwei Faktoren: Zum
einen kommt der geringe Blutverlust einem
sanften Aderlass gleich. Er führt zu einer
lokalen Entstauung des Gewebes, wirkt blut-
verdünnend,entzündungshemmend und leitet
Toxine und Stoffwechselprodukte aus.
Zum anderen finden sich im Speichel des
Blutegels über 20 verschiedene Substanzen
unterschiedlichster Wirkung und Wechselwirk-
ung, darunter die Blutgerinnungshemmer
Hirudin und Calin sowie das schmerzstillende
und entzündungshemmende Eglin.
Anwendung
Abhängig von der Erkrankung und der
Größe des zu behandelnden Gebiets
kommen 2 bis max. 12 Egel zum Einsatz.
Die ca. 2 bis 4 cm langen Egel werden
direkt auf die gereinigte Haut gesetzt, der
Biss ist dank eines im Speichel des Blut-
egels enthaltenen Schmerzmittels i. d. R.
schmerzlos. Die Egel fallen von alleine
wieder ab, wenn sie sich vollgesogen
haben. Das kann zwischen 10 und 120
Minuten dauern, der Blutverlust pro
Egel beträgt ca. 10 ml.
Im Anschluss an die Behandlung kommt
es zu einer therapeutisch gewünschten
Nachblutung. Die Stärke der Nachblutung
ist individuell verschieden (ca.20-40 ml je
Bissstelle) und kann bis zu vier Stunden
dauern. Die Wunde wird mit einem Druck-
verband versorgt, der regelmäßig gewechs-
elt werden muss. Nach längstens einer
Woche ist die Wunde verheilt.
Die Häufigkeit der Anwendung richtet sich
nach dem Therapieerfolg, der sich oft schon
nach der ersten Anwendung einstellt. Früh-
estens nach vier Wochen kann an der be-
handelten Stelle eine erneute Behandlung
erfolgen.
Die Schulmedizin kennt die traditionelle
Blutegeltherapie und wendet sie auch
wieder häufiger an als in den letzten 50
Jahren, jedoch wesentlich seltener und mit
eingeschränkten Indikationen im Vergleich
zur Naturheilkunde.
Blutegel-Therapie
Anwendungsbeispiele
► Venöse Stauungen (Krampfadern, Thrombosen)
► Venenentzündungen
► Arthrosebeschwerden (Finger, Knie)
► Schleimbeutelentzündungen (zb auch Bakerzyste im Knie)
► Kreuzschmerzen
► Tennisarm / Golfer-Ellbogen
► Muskelverspannungen
► Sehnenscheidenentzündungen
► Rheuma / Gicht
► Sport-Unfallverletzungsfolgen (frische und alte Blutergüsse zb)
► Kopfschmerzen/Migräne
Wie bereiten Sie sich vor?
► Waschen, duschen oder baden Sie an dem Tag der Blutegelbehandlung nur mit Wasser und einem mild (!) duftenden
Dusch/Waschgel (Blutegel mögen kein Parfum) und bitte keine Körperlotion verwenden.
► Achten Sie auf bequeme Kleidung, unter der noch ein Verband paßt.
► Die Behandlungsdauer umfaßt max 2 Stunden – wobei das Ansetzen, Saugen und Abfallen der Blutegel unterschiedlich
lang andauern kann.
► Es werden ca 3-6 Blutegel (je nach Größe des zu behandelnden Gebietes) angesetzt.
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